Conquest Werbeagentur GmbH
Kürnbergblick 3
4060 Leonding
Manchmal sind es nicht die großen Konflikte, an denen man erkennt, dass etwas nicht rundläuft. Oft sind es die kleinen Wiederholungen. Ein Gedanke, der kurz im Raum steht und dann weiterzieht. Ein Konzept, das noch einmal erläutert werden muss. Eine Idee, die Zeit braucht, um Wirkung zu entfalten.
Zwölf Jahre Berufserfahrung – fünf in der Industrie, sieben auf der Agenturseite – haben meinen Blick dafür geschärft. Nicht für das Spektakuläre, sondern für Muster. Für Zwischentöne. Für das, was im Alltag gern untergeht, weil es nicht laut ist. Technische Branchen gelten als präzise, rational, leistungsorientiert. Und das sind sie auch. Gleichzeitig folgen sie oft unausgesprochenen Regeln darüber, wie Kompetenz sichtbar wird. Wie Durchsetzungskraft aussieht. Und welche Art von Kommunikation als wirksam gilt.
Gerade im Industriegütermarketing arbeiten viele Frauen, die sich genau in diesem Spannungsfeld bewegen. Sie kommen vorbereitet, denken voraus, kennen Produkte, Märkte und Prozesse. Sie analysieren, strukturieren und verbinden. Und doch entfaltet ihre Arbeit ihre Wirkung nicht immer sofort. Nicht, weil sie zu wenig beitragen. Sondern weil ihre Art zu arbeiten nicht auf sofortige Dominanz ausgelegt ist. Ihre Beiträge sind selten impulsiv. Sie sind überlegt. Sie stellen Fragen, wo andere Positionen setzen. Sie denken Zusammenhänge zu Ende, statt sie schnell abzuschließen. Nachdenken wird manchmal mit Zögern verwechselt. Dabei ist es oft das Gegenteil: ein Ausdruck von Verantwortung. Von dem Wunsch, Lösungen zu entwickeln, die tragen – nicht nur überzeugen.
Industriegüter sind komplex. Sie sind erklärungsbedürftig, technisch anspruchsvoll, selten selbsterklärend. Ihre Qualität zeigt sich nicht auf den ersten Blick, sondern im Zusammenspiel vieler Details. Genau hier beginnt die eigentliche Arbeit des Marketings. Nicht als schmückende Hülle, sondern als Übersetzungsleistung. Viele Marketerinnen beherrschen diese Disziplin auf bemerkenswerte Weise. Sie vereinfachen nicht, indem sie reduzieren, sondern indem sie ordnen. Sie machen Technik nicht kleiner, sondern verständlicher. Sie denken Kommunikation vom Gegenüber her – nicht vom Produkt. Sie hören genau hin, fragen nach, nehmen Ambivalenzen ernst. Und sie wissen, dass gute Kommunikation nicht darin besteht, alles sofort zu beantworten, sondern das Wesentliche herauszuarbeiten.
Untersuchungen aus der Organisations- und Managementforschung zeigen seit Jahren: Vielfalt in Teams ist kein weicher Faktor, sondern ein harter Wettbewerbsvorteil. Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Entscheidungen, robusterer Strategie und langfristig erfolgreicherer Marktbearbeitung. Dabei geht es nicht um Gegensätze, sondern um Ergänzung. Um unterschiedliche Arten, Verantwortung zu übernehmen.
Viele Frauen im Industriegütermarketing definieren Wirkung nicht über Präsenz, sondern über Ergebnis. Erfolg entsteht dort, wo ein Produkt verstanden wird, wo eine Positionierung trägt, wo Kunden sich abgeholt fühlen. Diese Haltung passt hervorragend zu einem Umfeld, in dem langfristige Beziehungen, Vertrauen und Verlässlichkeit entscheidend sind. Sie ist kein Gegenmodell zur Technik – sie ist ihre notwendige Ergänzung.
Industriegütermarketing ist eine Schnittstelle. Zwischen Entwicklung und Markt. Zwischen technischer Machbarkeit und realem Bedarf. Zwischen interner Logik und externer Wahrnehmung. Wenn dieser Raum eng wird, verliert ein Unternehmen an Klarheit. Wenn er offen bleibt, entsteht Orientierung.
Vielleicht braucht es weniger Eile und mehr Tiefe, weniger Bewertung nach Auftritt und mehr nach Substanz, weniger Erwartung an sofortige Antworten und mehr Raum für durchdachte Lösungen. Denn nicht jede gute Idee meldet sich mit Nachdruck. Manche entfalten ihre Stärke erst, wenn man ihnen zuhört.
Dieser Text ist eine Würdigung all jener Frauen, die sich täglich in technischen Kontexten bewegen, ohne sich von Komplexität einschüchtern zu lassen. Die nicht lauter werden, sondern klarer. Die nicht drängen, sondern strukturieren. Die gestalten, ohne Dominanz zu beanspruchen. Die Industrie lebt von technischem Know-how. Aber sie wächst durch Menschen, die Zusammenhänge verstehen, einordnen und vermitteln können. Und genau darin liegt eine Stärke, die mehr Raum verdient.
„*“ zeigt erforderliche Felder an
Wer kennt das nicht: Man hat ein Bild im Kopf, aber keine Zeit, kein Budget oder schlichtweg kein Talent um es zu visualisieren. Der kreative Funke ist da, aber zwischen Vorstellung und Visualisierung liegen oft ein paar Hürden.
Gut, dass sich genau an dieser Stelle neue Möglichkeiten auftun: Tools, die aus Worten Bilder formen – schnell, intuitiv und überraschend präzise. Text-to-Image-Technologie ist längst im Kreativkosmos angekommen und entwickelt sich rasant weiter. Besonders spannend: die Integration direkt im Dialog mit ChatGPT. Eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch, Maschine – und natürlich: Agentur.
Es gibt viele Tools am Markt – Midjourney, Firefly, Stable Diffusion – alle haben ihre Berechtigung und bestimmte Stärken. Aber: Wer schon mal versucht hat, mit Midjourney eine bestimmte Idee umzusetzen, weiß, dass man sich da schnell wie ein Prompt-Poet oder Code-Dompteur fühlen muss.
Beim Image Generator in ChatGPT ist das anders. Hier funktioniert Bildgenerierung wie ein Gespräch. Ganz ohne magische Befehle oder kryptische Kürzel. Und zack – das Tool versteht dich. Es erinnert sich, was ihr gemeinsam gebaut habt. Und es macht weiter. Kein „Neustart“, kein „Upload neu laden“, kein „Tool wechseln“. Einfach ein natürlicher Dialog, in dem die Idee immer konkreter wird – so, wie man auch mit einem Kollegen aus dem Kreativteam brainstormen würde.
Dieser fließende Austausch ist ein echter Gamechanger. Denn er erlaubt es, Bilder nicht nur zu „generieren“, sondern gemeinsam mit der KI zu entwickeln. Und das, ohne vorher Prompt-Workshops zu belegen oder sich durch Reddit-Threads zu wühlen. Einfach schreiben, was man denkt. Und das Tool antwortet – visuell.
Klar, Theorie ist nett. Aber wir wollten wissen: Was kann der neue Image Generator wirklich im Alltag? Also haben wir ihn getestet – neugierig, kritisch, mit dem typischen Agenturblick: Wo spart er Zeit? Wo bringt er neue Ideen? Und wo stößt er (noch) an seine Grenzen? Hier ein paar Beispiele – von beeindruckend bis „naja, fast“:
Wie wandlungsfähig ist ein Logo eigentlich? Und wie gut versteht eine KI unsere Markenästhetik? Um das herauszufinden, haben wir unser Agenturlogo in ganz unterschiedliche Materialien und Texturen übersetzen lassen – per Text, versteht sich. Von glänzendem Chrom über zotteliges Fell bis hin zu Wasser, Gras oder sogar pinkem Kaugummi: Der Image Generator hat geliefert – und zwar mit erstaunlich viel Gespür für Form, Materialität und Licht. Die Kontur des Logos bleibt klar erkennbar, aber der Look verändert sich komplett. Ein spannender Anwendungsfall für Moodboards, Stilstudien oder schnelle Visuals in der Konzeptionsphase. Kein Ersatz für ein durchdachtes Designsystem – aber definitiv ein Werkzeug mit kreativem Mehrwert.
Was passiert, wenn man eine bestehende Anzeige als Vorlage nimmt – und daraus eine neue Anzeige machen lässt? Wir haben es ausprobiert: Bild hochgeladen, Logo ergänzt, ein paar Stichworte zum Look & Feel dazugegeben. Und siehe da: Der Stil der Originalanzeige wurde erstaunlich präzise übernommen. Farbwelt, Perspektive, Bildsprache – alles stimmig.
Die Integration unseres Logos funktionierte überraschend gut. Bei den ergänzenden Texten war das Ergebnis dagegen noch durchwachsen – hier merkt man, dass typografisches Feingefühl (noch) nicht zur größten Stärke der KI gehört. Aber: Als schneller Stil-Test oder visuelles Konzept-Board funktioniert der Ansatz erstaunlich gut.
Jetzt wollten wir’s wissen: Kann die KI nicht nur einzelne Bilder liefern – sondern die Basis für eine ganze Kampagne schaffen? Unser Testobjekt: ein fiktives Deo mit dem charmanten Namen Achselkönig. Und das Ergebnis? Überraschend stark. Die KI hat innerhalb kürzester Zeit verschiedene Visual-Ansätze generiert. Besonders spannend: Die Motive waren nicht nur schön, sondern hatten echten Wiedererkennungswert. Ob Produkt-Inszenierung oder Stimmungsmotiv. Auch eine simple Webdarstellung ließ sich problemlos generieren – nicht als fertiges UI-Design, aber als visuelle Richtung, mit der man weiterarbeiten kann. Klar ist: Die KI ersetzt keine ganzheitliche Kampagnenentwicklung. Aber sie liefert einen beeindruckenden Startpunkt, der Ideen greifbar macht – schnell, vielseitig und mit überraschend viel Stilgefühl.
Zum Schluss haben wir der KI noch eine typografische Challenge gestellt: Kann sie aus einem einzelnen Wort – also einem Font-Schnipsel – eine Art komplette Schrift ableiten? Unsere Anweisung: Gestalte alle Buchstaben so, dass sie stilistisch zum Ausgangswort passen. Das Ergebnis? Keine fertige Schriftfamilie, klar. Aber: eine visuelle Annäherung, die überrascht. Die KI hat Buchstaben generiert, die den Look and Feel der Vorlage erstaunlich gut aufgenommen haben – in Struktur, Formensprache und Charakter. Manche Varianten waren näher dran, andere eher inspiriert als präzise. Aber als Stilrichtung oder Grundlage für ein Font-Konzept? Absolut brauchbar.
„*“ zeigt erforderliche Felder an
Wenn der Funke überspringt.
Im B2B-Marketing geht es angeblich nur um Zahlen, Daten und Fakten. Kunden werden häufig als rational und technisch versiert aber emotionslos dargestellt. Doch die Vorstellung, dass Einkäufer und Ingenieure ihren menschlichen Kern vor der Werkstüre ablegen, greift zu kurz. Auch im B2B begegnen sich Menschen – und Menschen werden von Emotionen geleitet. Marketingexperte Simon Sinek bringt es auf den Punkt: „Menschen kaufen nicht Produkte, sie kaufen Gefühle.“ Diese Aussage gilt überraschenderweise nicht nur für Konsumgüter wie Schokolade oder Sneaker. Auch im Bereich von Präzisionsmaschinen, Softwarelösungen oder Stahlkomponenten spielt die emotionale Komponente eine wichtige Rolle.
Menschen kaufen nicht Produkte,
sie kaufen Gefühle.
IBM „Outthink Melanoma“
Branche: IT / AI / Gesundheit
Warum emotional: IBM Watson hilft Ärzten, Hautkrebs früh zu erkennen und rettet dadurch potenziell Leben. Das ist nicht nur technologisch beeindruckend, sondern auch emotional packend.
Emotionaler Hebel: Gesundheit, Lebensrettung, Innovation
Funktion: Positioniert IBM als echten Problemlöser mit Relevanz für Mensch und Gesellschaft.
Werbeagentur: Ogilvy Australia
Der Mythos, dass Technik und Emotion unvereinbar sind, hält sich hartnäckig – gerade im B2B-Umfeld. Doch in der Realität spielen emotionale Faktoren eine entscheidende Rolle. Es sind nicht nur Produktdaten und Spezifikationen, die überzeugen. Vielmehr sind es die Menschen hinter der Marke, ihre Haltung, ihre Werte und die Geschichten, die sie erzählen. Eine authentische Marke, die Erlebnisse und Erfahrungen teilt, bleibt im Gedächtnis – und schafft Vertrauen. Besonders wirkungsvoll sind Geschichten aus dem echten Leben: Kunden, die Herausforderungen bewältigt haben, Unternehmen, die mit Haltung agieren, Visionen, die über das Produkt hinausweisen. Diese emotionale Ebene macht den Unterschied – ohne den technischen Anspruch aus den Augen zu verlieren.
Magirus Social Media Post „Woman Day“
Branche: Feuerwehrtechnik / Nutzfahrzeuge
Warum emotional: Magirus hebt in dieser Kampagne die Stärke und Entschlossenheit von Frauen hervor, die sich täglich gegen Vorurteile behaupten. Die Botschaft: Mut und Kompetenz sind nicht geschlechtsabhängig.
Emotionaler Hebel: Empowerment, Gleichberechtigung, Stolz
Funktion: Stärkt die Arbeitgebermarke, fördert Diversität und zeigt gesellschaftliche Verantwortung.
Werbeagentur: Conquest
Im Marketing entscheiden oft Millisekunden darüber, ob eine Botschaft wahrgenommen wird – oder untergeht. In dieser ersten, intuitiven Phase spielt Grafikdesign eine zentrale Rolle. Ein durchdachtes visuelles Konzept schafft Aufmerksamkeit, weckt Interesse und öffnet die Tür zur eigentlichen Botschaft. Farben, Formen, Typografie und Bildsprache wirken emotional, noch bevor Inhalte bewusst erfasst werden. Gutes Design macht neugierig, vermittelt Professionalität und erleichtert den Zugang zu komplexen Themen. Es verstärkt die emotionale Ansprache, ohne den sachlichen Kern zu verwässern. So entsteht eine Balance: zwischen Gefühl und Verstand, zwischen Emotionalität und technischer Präzision – genau das, was erfolgreiche B2B-Kommunikation ausmacht.
Cisco Marken Kampagne „There’s Never Been a Better Time“
Branche: IT / Netzwerktechnologie
Warum emotional: Cisco zeigt, wie Technologie reale Probleme lösen kann – von Bildung über Gesundheit bis Nachhaltigkeit. Der Fokus liegt klar auf Purpose und gesellschaftlichem Impact.
Emotionaler Hebel: Sinnhaftigkeit, Zukunftsglaube, gesellschaftliche Verantwortung
Funktion: Cisco bringt komplexe Technologie in einen humanistischen Kontext und spricht Entscheider*innen an, die nicht nur an ROI, sondern auch an Impact interessiert sind.
Werbeagentur: Goodby Silverstein & Partners (GS&P)
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenEin Blick auf einige herausragende Kampagnen offenbart ein gemeinsames Muster: Sie alle rücken den menschlichen Impact in den Fokus. Ob IBM mit der lebensrettenden Hautkrebsfrüherkennung, Cisco mit seiner Vision einer besseren Welt durch Technologie oder GE, das die Gleichstellung in der Tech-Welt thematisiert – hier geht es nicht nur um Produkte. Es geht um Bedeutung.
Diese Kampagnen nutzen emotional aufgeladene Narrative, um technologische Themen auf eine persönliche, berührende Ebene zu bringen. IBM schafft Nähe durch das Thema Gesundheit und Lebensrettung – ein emotionaler Anker, der sofort Relevanz erzeugt. Magirus und GE wiederum greifen tief verwurzelte gesellschaftliche Werte auf: Empowerment, Gleichberechtigung, das Streben nach Gerechtigkeit. Ihre Geschichten wecken Stolz, Inspiration und Identifikation. Cisco setzt auf Sinnhaftigkeit und gesellschaftlichen Wandel, spricht gezielt Menschen an, die Technologie nicht nur als Mittel zum Profit, sondern als Hebel für Fortschritt und Verantwortung sehen.
Was all diese Kampagnen verbindet, ist die Fähigkeit, technologische Kompetenz mit echtem menschlichem Mehrwert zu verknüpfen. Sie erzählen keine Feature-Stories, sondern Purpose-Stories – und treffen damit den Nerv der Zeit. Denn selbst im B2B wird nicht rein rational entschieden. Wer mit einer Marke arbeiten möchte, will verstehen, wofür sie steht.
Und das funktioniert nur über eines: Emotion.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenGeneral Eletrics: „What If Millie Dresselhaus, Female Scientist, Was Treated Like a Celebrity?“ Branche: Industrie, Technologie. Warum emotional: Diese Kampagne zeigt, wie eine Wissenschaftlerin gefeiert wird wie ein Popstar und schlägt damit eine Brücke zwischen harter Technik und gesellschaftlicher Wertschätzung. Emotionaler Hebel: Anerkennung, Inspiration, Stolz. Funktion: Positioniert GE als Vorreiter für Gleichstellung und Innovation. Werbeagentur: BBDO New York
Emotionen und B2B-Marketing schließen sich nicht aus. Vielmehr ergänzen sie sich, wenn Geschichten erzählt werden, die berühren, und gleichzeitig Fakten präsentiert werden, die überzeugen. Ein durchdachtes Grafikdesign verstärkt diese Wirkung zusätzlich und sorgt dafür, dass die Kampagne im Gedächtnis bleibt. Denn auch hinter Industrieunternehmen stehen Menschen – und Menschen werden von Emotionen geleitet.
„*“ zeigt erforderliche Felder an